von Katharina Kleinen-Sigg
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Rauchen und Rückenschmerzen: Warum die Zigarette Ihren Rücken stärker belastet als Sie denken

Viele Menschen greifen gerade bei Stress oder Schmerzen zur Zigarette – in der Hoffnung, sich etwas zu entspannen. Doch für Menschen mit chronischen Rückenschmerzen kann genau das Gegenteil passieren. Eine neue Studie1 zeigt: Rauchen kann Rückenschmerzen nicht nur begünstigen, sondern sogar verstärken.


Was die Forscher herausgefunden haben

In Berlin wurden 430 Personen untersucht, die seit mehreren Jahren an chronischen Schmerzen im unteren Rücken leiden. Die Teilnehmenden waren im Durchschnitt Anfang 40 und etwa jeder Fünfte rauchte. Die Einschätzung des Schmerzes erfolgte auf einer Skala von 0 bis 100, wobei 100 ein besonders hohes Schmerzlevel und 0 keine Schmerzen bedeutete.  

Die spannende Frage lautete: Haben Raucher:innen stärkere Rückenschmerzen als Nichtraucher:innen?

Die Antwort ist differenziert – aber eindeutig: Nicht jede:r Raucher:in hat automatisch mehr Schmerzen. Entscheidend ist vielmehr, wie viel und wie lange jemand geraucht hat.

Die Studienautor:innen nutzten dafür den Begriff Packungsjahre (pack years).
Ein Beispiel:

• 1 Packung pro Tag über 10 Jahre = 10 Packungsjahre

• ½ Packung pro Tag über 20 Jahre = ebenfalls 10 Packungsjahre

Ab zehn Packungsjahren wird es kritisch

Erst als die Forschenden Personen mit zehn oder mehr Packungsjahren betrachteten, tauchte ein klarer Zusammenhang auf: 86 % dieser langjährigen Raucher:innen hatten auf einer Skala von 0–100 einen Schmerzscore von über 25 angegeben. Bei den Nichtraucher:innen hingegen waren es nur 67 %. Auch bei den Einschränkungen im Alltag – etwa beim Bücken, Tragen oder Sitzen – schnitten die Vielraucher:innen deutlich schlechter ab. Das Besondere: Dieser Effekt war unabhängig von anderen Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, BMI, Depression, Berufstätigkeit oder Aktivitätsniveau.


Rauchen an sich ist nicht der alleinige Auslöser – aber die „Dosis“ macht’s

Ob jemand generell raucht, spielt überraschenderweise eine geringere Rolle.
Erst die Menge des Tabakkonsums zeigt einen deutlichen Zusammenhang mit chronischen Rückenschmerzen.


Warum kann Rauchen dem Rücken schaden?

Die genauen Mechanismen sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch plausible Erklärungen:

• Schlechtere Durchblutung der Wirbelsäule: Die Bandscheiben und feinen Strukturen der Wirbelkörper brauchen Sauerstoff und Nährstoffe. Nikotin verengt die Gefäße, somit können wichtige Bereiche schlechter versorgt werden.

• Oxidativer Stress: Rauchen erhöht entzündliche Prozesse im Körper und kann die Regeneration der Gewebe bremsen.

• Verspannte Muskulatur: Gefäßverengung und Stressreaktionen können die Muskulatur zusätzlich anspannen – ein Teufelskreis bei bestehenden Rückenschmerzen.


Was bedeutet das für Menschen mit Rückenschmerzen?

Auch wenn die Studie aufgrund ihres Designs keine endgültigen Ursache-Wirkung-Aussagen zulässt, ist die Botschaft klar: Ein Rauchstopp kann ein wichtiger Teil der Rückenschmerztherapie sein. Gerade bei Menschen, die länger und regelmäßig rauchen, lohnt sich das Innehalten: Ein Weglassen der Zigarette könnte nicht nur die allgemeine Gesundheit fördern, sondern auch den Rücken entlasten und Schmerzen langfristig verringern.


Rauchen aufzugeben ist schwer – aber machbar

Viele Raucher:innen brauchen mehrere Anläufe. Das ist völlig normal. Unterstützungsangebote – von ärztlicher Beratung über Nikotinersatzpräparate bis hin zu digitalen Programmen – verbessern die Erfolgschancen erheblich.
Mit unserem digitalen Beratungsprogramm bieten wir Ihnen eine Möglichkeit, Ihr eigenes Rauchverhalten zu analysieren und zu hinterfragen sowie Alternativen zu entwickeln. Mehr Infos finden Sie hier: Coaching für den Weg raus aus der Sucht - Hybride Gesundheitsdienstleistungen, Telemedizin und digitale Gesundheitsberatung und Coaching

 

Quellen:

1 Schönnagel L, Hoehl BU, Taheri N, Becker L, Suwalski P, Schömig F, et al. The impact of smoking on low back pain and disability. Eur J Pain. 2025. doi:10.1002/ejp.70041.

 

 

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