von Katharina Kleinen-Sigg
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Digitale Gesundheitsangebote im Unternehmen: Erfolgsrezepte für die Umsetzung

Die Zukunft ist digital und das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) entwickelt sich entsprechend. Digitale Gesundheitsangebote, von mobilen Apps bis hin zu Webportalen, nehmen stetig zu. Dabei ist es wichtig, die Unterschiede sowie Vor- und Nachteile zu kennen, um als Unternehmen entscheidungs- und letztendlich auch anschlussfähig im Kampf um gutes und gesundes Personal zu bleiben.  

Im Fokus von digitalen Angeboten des Betrieblichen Gesundheitsmanagements stehen das Nutzungserlebnis, die individuellen Bedürfnisse der Nutzer:innen und Maßnahmen zur digitalen Ethik und Verantwortung der Anbieter:innen.  Ziel ist es, dass diese Angebote der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Mitarbeitenden dienen und auch gerne genutzt werden2.  Es gibt jedoch potenzielle Stolpersteine bei der Einführung eines dBGM-Angebots, die beachtet werden sollten.  

Wie kann die Nutzerfreundlichkeit den Erfolg digitaler Gesundheitsangebote sichern?   

1. Ins Bewusstsein der Zielgruppe gelangen trotz täglicher Informationsflut
In Anbetracht der Vielzahl an Informationen ist das nicht gerade einfach. Darüber hinaus muss das Angebot relevant sein und ein ausreichendes Interesse wecken, damit es attraktiv genug ist, um tatsächlich genutzt zu werden.

2. Relevanz des Angebots erzeugen, um Interesse und Nutzung zu fördern
Ohne Eigenmotivation der Mitarbeitenden gibt es keine erfolgreiche Gesundheitsförderung. Ein wichtiger Schlüsselaspekt ist es also, möglichst viele Menschen aus der Zielgruppe abzuholen, zu überzeugen, zu motivieren und zu begeistern. Dies gelingt am ehesten durch Reize, die positive Emotionen wie Freude, Lust und Zufriedenheit auslösen.  

3. Unnötige Hürden vermeiden
Je niedriger die Einstiegshürde zu einem neuen Thema ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Mitarbeitenden damit auseinandersetzen. Für digitale Angebote bedeutet dies: Jeder zusätzliche Klick, jede unklare Gestaltung und jede komplizierte Menüstruktur erhöht das Risiko dafür, dass die Zielgruppe abspringt2.

Personalisierung als Schlüssel für Akzeptanz   

Die Bedeutung der Personalisierung und Nachhaltigkeit im Sinne einer dauerhaften Verhaltensänderung, in mobilen Gesundheitsangeboten (mHealth) kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Personalisierbare und ständig verfügbare mHealth-Lösungen sind in der Lage, Nutzer:innen langfristig zu motivieren, Verhaltensänderungen zu stabilisieren und ihre individuelle Gesundheit zu stärken.   

Allerdings werden Maßnahmen immer noch häufig nach dem sogenannten „one size fits all“-Prinzip angeboten3, obwohl die Gesundheitswirksamkeit von solchen generalisierten Maßnahmen für das Individuum fraglich ist.  

Dies unterstreicht die Notwendigkeit bedarfsgerechter, auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abgestimmter digitaler Gesundheitslösungen. Die Entwicklung solcher Lösungen erfordert nicht nur die Bereitstellung relevanter Inhalte, sondern auch eine benutzerfreundliche User Journey und User Experience. Personalisierte mHealth-Angebote, die sich an die individuellen Zustände und Stimmungen der Nutzer:innen anpassen, genießen eine hohe Akzeptanz.   

Das zukünftige Potential von mHealth liegt in der intelligenten Verknüpfung von User:innen-Daten mit relevanten Inhalten, Motivationsfunktionen wie Gamification und einer psychologisch sinnvoll gestalteten User:innen-Experience, bspw. durch Anreize wie Challenges oder Gewinne. Solche Angebote können zu persönlichen Assistenzsystemen werden, die die gesundheitlichen Kompetenzen der Nutzer:innen erheblich stärken2.  

Digital Responsibility: Mehr als nur Datenschutz  

Datenschutz ist im Digital-Health-Bereich essentiell und geht mit Digital Responsibility über Vorschriften der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hinaus, indem ethische Aspekte betont werden. Hinter digitalen Produkten stehen oft wirtschaftliche Interessen, die den Datenschutz vernachlässigen. Dies führt nach Datenskandalen bei Firmen wie Facebook und Google zu Skepsis und Misstrauen, da der Schutz der Nutzer:innendaten häufig zugunsten wirtschaftlicher Ziele zurückgestellt wird.  

Unternehmen setzen zunehmend auf Corporate Digital Responsibility (CDR) Strategien, um verantwortungsvoll mit digitalen Daten umzugehen und nachhaltige Digitalisierung zu fördern. Im dBGM ist Vertrauen entscheidend. Ohne Vertrauen in digitale Angebote werden sich Menschen nicht auf diese einlassen, weshalb die Aspekte der Digital Responsibility und Digital Ethics von großer Bedeutung sind2 .

Prinzipien der Digital Responsibility im dBGM:  

• Datensparsamkeit: Nur notwendige Daten werden erhoben.  

• Datenhoheit: Nutzerdaten gehören den Nutzer:innen und werden nicht weitergegeben oder für andere Zwecke verwendet.  

• Höchste Sicherheitsstandards: Einsatz sicherer Technologien, die DSGVO-konform sind.  

Interne Kommunikation als A und O   

Digitale Angebote entfalten ihr volles Potenzial erst dann, wenn sie nicht nur greifbar sind, sondern auch aktiv genutzt werden – wenn sie also buchstäblich von den Nutzer:innen in die Hand genommen werden.  

Tipps für Unternehmen:   

• Von Anfang an alle Stakeholder mit ins Boot holen.   

• Interne Multiplikator:innen aufstellen: Diese kümmern sich darum, die Angebote an die Menschen im Unternehmen zu bringen und entwickeln passende Kommunikationsstrategien.  

• User-Adoption-Service als Extraservice von dBGM-Anbieter:innen in Anspruch nehmen2.

Die widecare Gesundheitsplattform ist eine speziell entwickelte und moderne digitale Lösung für individuelle und betriebliche Gesundheitsförderung, da insbesondere passgenaue, digital unterstützte gesundheitsfördernde Maßnahmen das Potenzial haben, das BGM der Zukunft noch effektiver und effizienter zu gestalten1.  

Damit kombinieren wir unser digitales Gesundheitsangebot mit individueller, persönlicher und ergebnisorientierter Beratung. So vereinen wir die Vorteile eines digitalen Gesundheitsangebots mit den individuellen Präferenzen und Gesundheitszielen von Mitarbeitenden. Mehr Informationen finden Sie unter www.well-workers.de.  

Quellen:   

1. Blaschke, S., Friedrich, J., & Mess, F. (2024). „Precision Health“ im betrieblichen Gesundheitsmanagement: ein Literaturüberblick und Handlungsempfehlungen. Zeitschrift für medizinische Prävention: Arbeitsmedizin, Sozialmedizin, Umweltmedizin (ASU), 59, 32-37. https://doi.org/10.17147/asu-1-328879  

2. Spahic, M. & Kleinjans, C. (2022). Zukunftsthemen im BGM. Erfolgsfaktoren für die Implementierung digitaler BGM-Angebote. In M. Lange, D. Matusiewicz & O. Walle (Hrsg.), Praxishandbuch Betriebliches Gesundheitsmanagement. Grundlagen – Standards – Trends (S.  564 - 575). Freiburg: Haufe Group.   

3. Zacharias, C., Stüber, S., Ioele, G. & Züllighofen C. (2016). Betriebliches Gesundheitsmanagement im Spannungsfeld neuer Arbeitsformen. In A. Ghadiri, A. Ternès & T.  Peters (Hrsg.), Trends im Betrieblichen Gesundheitsmanagement [Internet]. Wiesbaden: Springer Fachmedien (S. 27–42), verfügbar unter: http://link.springer.com/10.1007/978-3-658-07978-9_3.   

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